von Friedrich Dürrenmatt
(Mit freundlicher Genehmigung von Felix Bloch Erben, Verlag für Bühne, Film und Funk)

Biologe Doc, von der Wirtschaftskrise gebeutelt, lässt sich auf eine Zusammenarbeit mit Boss, dem König der Unterwelt, ein. Gemeinsam gelingen ihnen Verbrechen ohne „Rückstände“. Das Geschäft floriert und bleibt nicht unentdeckt. Doch als Cop auftaucht ist nicht etwa alles verloren. Es folgen eine Beteiligung am Umsatz und angepasste Geschäftsstrukturen. Ob diese Zusammenarbeit auf lange Zeit gut gehen wird…?
Dürrenmatts pessimistische Parabel geht unter die Haut. Was sind wir bereit für unser Wohlergehen, unseren Status, unseren Besitz oder auch für ein Stückchen Macht zu tun? Lassen wir uns bestechen? Wie lange machen wir mit?

Premiere: 20.09.19 im Werk 9 (Berlin Mitte)

Regie: Julia Pietsch
Co-Regie: Stephan Kowalik

Einige Überraschungen kommen auf euch zu und die inszenierte Historie von aToc wird auf die Bühne gebracht. Spannend für Fans und auch für alle, die uns noch nicht kennen.
Von kleinen Anekdoten über großes Theater bis hin zu absoluten Absurditäten wird einiges geboten. Insgesamt 23 Leute werden auf der Bühne stehen und einen kurzweiligen Ritt durch 10 Jahre Theater in Berlin bieten.

Premiere: 21.09.19 im Werk 9 (Berlin Mitte)

Regie: Jonas Pietsch
SFX: Jens J. Dewald

 

Ein Lustspiel mit Musik, nach Alan Ayckbourns «A Chorus of Disapproval»
(Mit freundlicher Genehmigung von Deutscher Theater-Verlag)

Eine ruhige provinzielle Stadt und ihre Akteure. Was passiert, wenn im Leben einer Amateurtheatergruppe plötzlich eine neue Figur auftaucht?
Wenn täglich geprobt wird, wächst der Alltag in das Stück, das die Truppe aufführen will, hinein – Die Bettleroper. Wenn die realen Konflikte direkt auf der Probebühne bewältigt werden müssen, wird das Theater schnell unbedeutend. Dabei stehen die Affairen, die Korruption und der soziale Aufstieg des Neulings im Zentrum der Geschehnisse im Leben der Truppe. Dazu weichen unter solchen Einflüssen die volkstümlichen Lieder der Bettleroper düsteren Jazz und Blues Melodien, die ihrerseits die Grenzen zwischen den Wirklichkeiten des Alltags und des geprobten Stückes verschwimmen lassen.

Premiere: 22.06.18 in der Loftbühne (Berlin Charlottenburg)

Regie: Valeria Ryzhonina
Co-Regie: Alexander Schmidt
Bühnenbild: Alexandra Nowicky
Musik: Jens J. Dewald
Choreographie: Alexander Schmidt, Anja Hempel

Von Joseph Kesselring

(Deutsch von HELGE SEIDEL
Mit freundlicher Genehmigung: Deutscher Theaterverlag)

Die berühmteste Kriminalparodie aller Zeiten laut Verlag und Rezensionen.
Abby und Martha Brewster sind zwei liebenswürdige Damen, die keiner Fliege etwas zu Leide tun können und in ganz Brooklyn bekannt und beliebt sind. Sie kümmern sich aufopfernd um Hilfsbedürftige und um einsame Seelen. Zusammen mit ihrem Neffen Teddy, der jeden Bezug zur Realität verloren hat, wohnen sie in einer großen alten Villa neben einem Friedhof in Ruhe und Frieden. Doch ihr Leben wird komplizierter, als ihr zweiter Neffe Mortimer – ein großer Theaterkritiker – beginnt, häufiger zu Besuch zu kommen, um der Pfarrerstochter Elaine näher zu sein, und dabei die beschauliche Lebensweise der Damen durch einander wirbelt. Als dann noch eines Abends plötzlich der lang verschollene dritte Neffe Jonathan mit verändertem Gesicht und einer Schönheitschirurgin im Schlepptau auftaucht, um sich vor der Polizei zu verstecken, ist das Chaos perfekt.
Im Laufe des Stückes verschwimmt die Grenze zwischen Gut und Böse… Haben wir nicht alle die eine oder andere Leiche im Keller?

Premiere: 23.06.17 im Werk9 (Berlin Mitte)

Co-Regie: Julia Pietsch

von Friedrich Dürrenmatt
(Aufführungsrechte bei Felix Bloch Erben GmbH & Co. KG, Berlin; UA: 08.11.1970, Düsseldorfer Schauspielhaus Düsseldorf)

Vier Götter ziehen durch das Universum und langweilen sich unendlich. „Eine Sonne geht hops.“ Mit diesem lapidaren Satz wird der Untergang einer Welt mitsamt ihrer Zivilisation kommentiert. Allerdings wissen die Götter nichts darüber, denn mit Planeten und Lebewesen kennen sie sich nicht aus. Es interessiert sie auch nicht und so ziehen sie weiter. Bei der Welt und der Zivilisation, die da dem Untergang durch eine Supernova geweiht sind, handelt es sich um die Erde. Der Lichtblitz der explodierenden Sonne wird zur kosmischen Kamera, die den Planeten ein letztes Mal portraitiert.
Ein Portrait von banalen, schrecklichen, gewöhnlichen, außergewöhnlichen, absurden, monotonen, grotesken, aber auch glücklichen Momenten. Hier hasst, dort liebt man sich, hier wird gehungert, dort geschwelgt, hier getötet, dort gelebt. Gegensätze kollidieren. In der Auseinandersetzung mit ihren unmittelbaren Problemen ignorieren die Menschen die nahende Katastrophe und verzetteln sich in Bemühungen, die Welt zu verbessern. Ihr kompromissloses Handeln bestätigt jedoch das ohnehin besiegelte Schicksal des Planeten:
Seine Vernichtung.
„Andere kämpfen weiter.
– Sicher.
Kein Kampf ist sinnlos.
– Möglich.“

Premiere: 24.06.16 im Haus der Jugend (Berlin Wedding)

Regie: Stephan Kowalik
Co-Regie: Mandy Pazzig

von Christina Calvo
(mit freundlicher Genehmigung vom Impuls Theater Verlag)

„In jedem Zufall liegt ein tieferer Sinn“ behauptet der Zeitungsverleger Habeck und bietet sogar eine Wette an, um das zu beweisen.
Seine Nichte Sylvia hält das für abwegig, die ehrgeizige Journalistin Pauline hingegen schlägt ein. Die Wette besteht darin, den Hintergründen einer zufällig ausgewählten Todesanzeige nachzugehen. Habeck wettet, dass Pauline dabei auf etwas stoßen wird, das zwingend mit ihr persönlich zu tun hat.

Siegessicher macht Pauline sich auf den Weg. Ihre Recherchen führen sie in das Haus der Verstorbenen und sie erwartet, dass dort Trauer herrscht. Doch die fünf Menschen, die sie antrifft, machen so gar keinen traurigen Eindruck. Vielmehr sind sie fröhlich und ausgelassen und mitten in den Vorbereitungen für ein Gesellschaftsspiel.
Im Handumdrehen wird Pauline Teil dieses Spiels. Und erst spät – zu spät – erkennt sie, dass es sie in ihre eigenen Abgründe führt.

Premiere: 18.10.14 im Haus der Jugend (Berlin Wedding)

Regie: Julia Pietsch, Jonas Pietsch
Co-Regie: Stephan Kowalik

Nach Homers Odysee

Drei Protagonisten, drei unterschiedliche dominierende Charakterzüge, drei Facetten einer Figur: dreimal Odysseus der Listenreiche. Jeder Odysseus versucht seine Mannschaft durch die Gefahren der Heimreise zu führen und scheitert scheinbar immer wieder. Von einer unbeschreiblichen Rastlosigkeit getrieben, erprobt Odysseus unterschiedliche Wege und Herangehensweisen. Dabei bleibt vieles auf der Strecke und Odysseus am Ende doch allein.

In den Irrfahrten geht es um Zerrissenheit, um die Sehnsucht nach der Ferne und die Irrungen und Wirrungen, die das Reisen mit sich bringt. Wo will ich hin, bzw. wo gehöre ich hin? Wie viel Nähe brauche ich, bzw. halte ich aus? Warum kann ich nicht bleiben, bzw. muss ich immer weiter? Außerdem stellt sich die Frage nach der Unveränderlichkeit des Schicksals: Habe ich eine Wahl oder geschieht alles in den Bahnen vorherbestimmter Wege?

„Die Irrfahrten“ ist ein fragmentarisches Stück, das die Theatergruppe aToc auf Basis von Motiven der Odyssee Homers selbst entwickelt hat. Zwei Erzähler versuchen, in ständigem Wettstreit miteinander, der Odyssee ein neues Gewand zu verpassen. Sie versetzen große Teile des Stückes in das 21. Jahrhundert und versuchen dem Original eine persönliche Note zu verleihen – um die beste Geschichte aller Zeiten entstehen zu lassen. Letztendlich entwickelt sich eine teils verwirrende Mischung aus Tragödie, Komödie und Gesellschaftsbild, die in einzelnen unabhängigen Episoden die Odyssee jedes Mal neu erfindet und doch das Original würdigt. Die 10 Darsteller_innen kämpfen gegen unnennbare Schrecken, unwiderstehliche Verführungen, Neid und Gier, sowie eigene Entscheidungen das unausstehliche System an sich und gegen die Fahrpläne des öffentlichen Nahverkehrs. Doch letztlich sind und bleiben sie eben nur Teil einer sehr großen Geschichte, die das Ende immer wieder zu einem Anfang werden lässt…

Premiere: 29.06.12 im Nachbarschaftsheim Schöneberg (Berlin Schöneberg)

Regie: Julia Pietsch
Co-Regie: Jonas Pietsch

von Georg Büchner

Peter von Popo, Chef des Erfolgsunternehmens Paper pro Popo, lädt hiermit herzlich zur Hochzeit seines Sohnes Leonce mit Lena Pipi, der Firmenerbin von Pipi Stores.
Erleben Sie eines der größten gesellschaftlichen Ereignisse dieses Jahres hautnah. Seien Sie dabei, wenn die Angestellten von Paper pro Popo die Gefühle ihres verehrten Chefs teilen und Leonce von Popo um den schönsten Selbstmord gebracht wird. Sehen Sie weltberühmte Automaten, glückliche und weniger glückliche Familien und Unternehmensangehörige.
Werden Sie Aktionär der Firma Paper pro Popo – immer eine krisenfeste und erfolgsgarantierende Investition!

Inhalt:
Leonce, Erbe des Erfolgsunternehmens „Paper pro Popo“, wird durch seinen Vater zur Heirat mit Lena, der Erbin von „Pipi Stores“, gedrängt. Diese Hochzeit soll die Fusion beider Firmen vorantreiben. Leonce und Lena entziehen sich jedoch dem Druck von Familie und Arbeit durch Flucht – einer Flucht, die sie unerkannt zueinander führen wird. Währenddessen laufen bei „Paper pro Popo“ die Hochzeitsvorbereitungen…

Premiere: 26.02.11 im Theaterdock Moabit (Berlin Moabit)

 

 

Im Januar 2010 führten wir, um uns erstmals in dieser Besetzung als „aToc“ vor Publikum auszuprobieren, eine kleine Performance auf dem Breitscheidplatz auf.

Wir hatten dafür eine Collage verschiedener, für das Straßentheater geeigneter Elemente erstellt und verwendeten dazu eine Prise absurden Theaters, einen Hauch Satire und viel Pantomime, sodass wir einige unbescholtene Berliner Bürger/innen und internationale Tourist/innen in Erstaunen versetzten. Unsere Rufe gegen gebügelte Hosen, die Zeitlupenprügeleien und der beständige Wettkampf untereinander, während wir den winterlichen Platz mithilfe unserer Kerzen wie eine neue Welt erkundeten, erregten Aufsehen.

Nach diesem Erlebnis konnten wir damit beginnen, unser erstes größeres Projekt in Angriff zu nehmen. Es ahnte aber niemand, wie lange es noch bis zur Fertigstellung dauern sollte…

 

Im Oktober 2009 fand in Eisenhüttenstadt ein selbstorganisierter Pantomimeworkshop statt, der gleichzeitig eine Art Gründungswochenende für uns war. Wir spielten tagsüber Improtheater und bekamen Pantomimeunterricht von Bernd Hahnke (ehemaliges Ensemblemitglied des deutschen Theaters; freischaffender Pantomime; Dozent an verschiedenen (privaten und staatlichen )Schauspielschulen), lernten zu laufen wie Hühner, Katzen und Schnecken, fanden heraus, wie es ist, sein Gesicht suchen zu müssen, fuhren zusammen in einem imaginären Taxi und schlüpften in die verschiedensten Rollen und Emotionen.

Am Abend kochten, musizierten und improvisierten wir zusammen und beschlossen, auch weiterhin zusammen Theater zu spielen. Eins steht fest: Nirgendwo lernt man sich besser kennen, als im gemeinsamen Theaterspiel, denn dort lässt sich in kürzester Zeit feststellen, welche unterschiedlichen Seiten ein Mensch besitzt. Als sich am Sonntag abend ein Großteil der Gruppe gemeinsam auf den Rückweg nach Berlin machte, fühlten wir uns bereits wie alte Bekannte.

September 2019: Der Mitmacher

von Friedrich Dürrenmatt
(Mit freundlicher Genehmigung von Felix Bloch Erben, Verlag für Bühne, Film und Funk)

Biologe Doc, von der Wirtschaftskrise gebeutelt, lässt sich auf eine Zusammenarbeit mit Boss, dem König der Unterwelt, ein. Gemeinsam gelingen ihnen Verbrechen ohne „Rückstände“. Das Geschäft floriert und bleibt nicht unentdeckt. Doch als Cop auftaucht ist nicht etwa alles verloren. Es folgen eine Beteiligung am Umsatz und angepasste Geschäftsstrukturen. Ob diese Zusammenarbeit auf lange Zeit gut gehen wird…?

Dürrenmatts pessimistische Parabel geht unter die Haut. Was sind wir bereit für unser Wohlergehen, unseren Status, unseren Besitz oder auch für ein Stückchen Macht zu tun? Lassen wir uns bestechen? Wie lange machen wir mit?

Premiere: 20.09.19 im Werk 9 (Berlin Mitte)

Regie: Julia Pietsch
Co-Regie: Stephan Kowalik

September 2019: Jubiläum "10 Jahre aToc"

Einige Überraschungen kommen auf euch zu und die inszenierte Historie von aToc wird auf die Bühne gebracht. Spannend für Fans und auch für alle, die uns noch nicht kennen.

Von kleinen Anekdoten über großes Theater bis hin zu absoluten Absurditäten wird einiges geboten. Insgesamt 23 Leute werden auf der Bühne stehen und einen kurzweiligen Ritt durch 10 Jahre Theater in Berlin bieten.

Premiere: 21.09.19 im Werk 9 (Berlin Mitte)

Regie: Jonas Pietsch
SFX: Jens J. Dewald

 

Juni/Juli 2018: Einer für Alles

Ein Lustspiel mit Musik, nach Alan Ayckbourns «A Chorus of Disapproval»
(Mit freundlicher Genehmigung von Deutscher Theater-Verlag)

Eine ruhige provinzielle Stadt und ihre Akteure. Was passiert, wenn im Leben einer Amateurtheatergruppe plötzlich eine neue Figur auftaucht?

Wenn täglich geprobt wird, wächst der Alltag in das Stück, das die Truppe aufführen will, hinein – Die Bettleroper. Wenn die realen Konflikte direkt auf der Probebühne bewältigt werden müssen, wird das Theater schnell unbedeutend. Dabei stehen die Affairen, die Korruption und der soziale Aufstieg des Neulings im Zentrum der Geschehnisse im Leben der Truppe. Dazu weichen unter solchen Einflüssen die volkstümlichen Lieder der Bettleroper düsteren Jazz und Blues Melodien, die ihrerseits die Grenzen zwischen den Wirklichkeiten des Alltags und des geprobten Stückes verschwimmen lassen.

Premiere: 22.06.18 in der Loftbühne (Berlin Charlottenburg)

Regie: Valeria Ryzhonina
Co-Regie: Alexander Schmidt

Bühnenbild: Alexandra Nowicky
Musik: Jens J. Dewald
Choreographie: Alexander Schmidt, Anja Hempel

Juni/Juli 2017: Arsen und Spitzenhäubchen

Von Joseph Kesselring

(Deutsch von HELGE SEIDEL
Mit freundlicher Genehmigung: Deutscher Theaterverlag)

Die berühmteste Kriminalparodie aller Zeiten laut Verlag und Rezensionen.

Abby und Martha Brewster sind zwei liebenswürdige Damen, die keiner Fliege etwas zu Leide tun können und in ganz Brooklyn bekannt und beliebt sind. Sie kümmern sich aufopfernd um Hilfsbedürftige und um einsame Seelen. Zusammen mit ihrem Neffen Teddy, der jeden Bezug zur Realität verloren hat, wohnen sie in einer großen alten Villa neben einem Friedhof in Ruhe und Frieden. Doch ihr Leben wird komplizierter, als ihr zweiter Neffe Mortimer – ein großer Theaterkritiker – beginnt, häufiger zu Besuch zu kommen, um der Pfarrerstochter Elaine näher zu sein, und dabei die beschauliche Lebensweise der Damen durch einander wirbelt. Als dann noch eines Abends plötzlich der lang verschollene dritte Neffe Jonathan mit verändertem Gesicht und einer Schönheitschirurgin im Schlepptau auftaucht, um sich vor der Polizei zu verstecken, ist das Chaos perfekt.

Im Laufe des Stückes verschwimmt die Grenze zwischen Gut und Böse… Haben wir nicht alle die eine oder andere Leiche im Keller?

Premiere: 23.06.17 im Werk9 (Berlin Mitte)

Regie: Jonas Pietsch
Co-Regie: Julia Pietsch

Juni/Juli 2016: Portrait eines Planeten

von Friedrich Dürrenmatt
(Aufführungsrechte bei Felix Bloch Erben GmbH & Co. KG, Berlin; UA: 08.11.1970, Düsseldorfer Schauspielhaus Düsseldorf)

Vier Götter ziehen durch das Universum und langweilen sich unendlich. „Eine Sonne geht hops.“ Mit diesem lapidaren Satz wird der Untergang einer Welt mitsamt ihrer Zivilisation kommentiert. Allerdings wissen die Götter nichts darüber, denn mit Planeten und Lebewesen kennen sie sich nicht aus. Es interessiert sie auch nicht und so ziehen sie weiter. Bei der Welt und der Zivilisation, die da dem Untergang durch eine Supernova geweiht sind, handelt es sich um die Erde. Der Lichtblitz der explodierenden Sonne wird zur kosmischen Kamera, die den Planeten ein letztes Mal portraitiert.

Ein Portrait von banalen, schrecklichen, gewöhnlichen, außergewöhnlichen, absurden, monotonen, grotesken, aber auch glücklichen Momenten. Hier hasst, dort liebt man sich, hier wird gehungert, dort geschwelgt, hier getötet, dort gelebt. Gegensätze kollidieren. In der Auseinandersetzung mit ihren unmittelbaren Problemen ignorieren die Menschen die nahende Katastrophe und verzetteln sich in Bemühungen, die Welt zu verbessern. Ihr kompromissloses Handeln bestätigt jedoch das ohnehin besiegelte Schicksal des Planeten:
Seine Vernichtung.

„Andere kämpfen weiter.
– Sicher.
Kein Kampf ist sinnlos.
– Möglich.“

Premiere: 24.06.16 im Haus der Jugend (Berlin Wedding)

Regie: Stephan Kowalik
Co-Regie: Mandy Pazzig

Oktober 2014 bis Juni 2015: Die Mördergrube

von Christina Calvo
(mit freundlicher Genehmigung vom Impuls Theater Verlag)

„In jedem Zufall liegt ein tieferer Sinn“ behauptet der Zeitungsverleger Habeck und bietet sogar eine Wette an, um das zu beweisen.

Seine Nichte Sylvia hält das für abwegig, die ehrgeizige Journalistin Pauline hingegen schlägt ein. Die Wette besteht darin, den Hintergründen einer zufällig ausgewählten Todesanzeige nachzugehen. Habeck wettet, dass Pauline dabei auf etwas stoßen wird, das zwingend mit ihr persönlich zu tun hat.

Siegessicher macht Pauline sich auf den Weg. Ihre Recherchen führen sie in das Haus der Verstorbenen und sie erwartet, dass dort Trauer herrscht. Doch die fünf Menschen, die sie antrifft, machen so gar keinen traurigen Eindruck. Vielmehr sind sie fröhlich und ausgelassen und mitten in den Vorbereitungen für ein Gesellschaftsspiel.

Im Handumdrehen wird Pauline Teil dieses Spiels. Und erst spät – zu spät – erkennt sie, dass es sie in ihre eigenen Abgründe führt.

Premiere: 18.10.14 im Haus der Jugend (Berlin Wedding)

Regie: Julia Pietsch, Jonas Pietsch
Co-Regie: Stephan Kowalik

Juni/Juli 2012: Die Irrfahrten

Nach Homers Odysee

Drei Protagonisten, drei unterschiedliche dominierende Charakterzüge, drei Facetten einer Figur: dreimal Odysseus der Listenreiche. Jeder Odysseus versucht seine Mannschaft durch die Gefahren der Heimreise zu führen und scheitert scheinbar immer wieder. Von einer unbeschreiblichen Rastlosigkeit getrieben, erprobt Odysseus unterschiedliche Wege und Herangehensweisen. Dabei bleibt vieles auf der Strecke und Odysseus am Ende doch allein.

In den Irrfahrten geht es um Zerrissenheit, um die Sehnsucht nach der Ferne und die Irrungen und Wirrungen, die das Reisen mit sich bringt. Wo will ich hin, bzw. wo gehöre ich hin? Wie viel Nähe brauche ich, bzw. halte ich aus? Warum kann ich nicht bleiben, bzw. muss ich immer weiter? Außerdem stellt sich die Frage nach der Unveränderlichkeit des Schicksals: Habe ich eine Wahl oder geschieht alles in den Bahnen vorherbestimmter Wege?

„Die Irrfahrten“ ist ein fragmentarisches Stück, das die Theatergruppe aToc auf Basis von Motiven der Odyssee Homers selbst entwickelt hat. Zwei Erzähler versuchen, in ständigem Wettstreit miteinander, der Odyssee ein neues Gewand zu verpassen. Sie versetzen große Teile des Stückes in das 21. Jahrhundert und versuchen dem Original eine persönliche Note zu verleihen – um die beste Geschichte aller Zeiten entstehen zu lassen. Letztendlich entwickelt sich eine teils verwirrende Mischung aus Tragödie, Komödie und Gesellschaftsbild, die in einzelnen unabhängigen Episoden die Odyssee jedes Mal neu erfindet und doch das Original würdigt. Die 10 Darsteller_innen kämpfen gegen unnennbare Schrecken, unwiderstehliche Verführungen, Neid und Gier, sowie eigene Entscheidungen das unausstehliche System an sich und gegen die Fahrpläne des öffentlichen Nahverkehrs. Doch letztlich sind und bleiben sie eben nur Teil einer sehr großen Geschichte, die das Ende immer wieder zu einem Anfang werden lässt…

Premiere: 29.06.12 im Nachbarschaftsheim Schöneberg (Berlin Schöneberg)

Regie: Julia Pietsch
Co-Regie: Jonas Pietsch

Februar 2011: Leonce und Lena

von Georg Büchner

Peter von Popo, Chef des Erfolgsunternehmens Paper pro Popo, lädt hiermit herzlich zur Hochzeit seines Sohnes Leonce mit Lena Pipi, der Firmenerbin von Pipi Stores.

Erleben Sie eines der größten gesellschaftlichen Ereignisse dieses Jahres hautnah. Seien Sie dabei, wenn die Angestellten von Paper pro Popo die Gefühle ihres verehrten Chefs teilen und Leonce von Popo um den schönsten Selbstmord gebracht wird. Sehen Sie weltberühmte Automaten, glückliche und weniger glückliche Familien und Unternehmensangehörige.

Werden Sie Aktionär der Firma Paper pro Popo – immer eine krisenfeste und erfolgsgarantierende Investition!

Inhalt:
Leonce, Erbe des Erfolgsunternehmens „Paper pro Popo“, wird durch seinen Vater zur Heirat mit Lena, der Erbin von „Pipi Stores“, gedrängt. Diese Hochzeit soll die Fusion beider Firmen vorantreiben. Leonce und Lena entziehen sich jedoch dem Druck von Familie und Arbeit durch Flucht – einer Flucht, die sie unerkannt zueinander führen wird. Währenddessen laufen bei „Paper pro Popo“ die Hochzeitsvorbereitungen…

Premiere: 26.02.11 im Theaterdock Moabit (Berlin Moabit)

Januar 2010: Pantomime an der Gedächtniskirche

Im Januar 2010 führten wir, um uns erstmals in dieser Besetzung als „aToc“ vor Publikum auszuprobieren, eine kleine Performance auf dem Breitscheidplatz auf.

Wir hatten dafür eine Collage verschiedener, für das Straßentheater geeigneter Elemente erstellt und verwendeten dazu eine Prise absurden Theaters, einen Hauch Satire und viel Pantomime, sodass wir einige unbescholtene Berliner Bürger/innen und internationale Tourist/innen in Erstaunen versetzten. Unsere Rufe gegen gebügelte Hosen, die Zeitlupenprügeleien und der beständige Wettkampf untereinander, während wir den winterlichen Platz mithilfe unserer Kerzen wie eine neue Welt erkundeten, erregten Aufsehen.

Nach diesem Erlebnis konnten wir damit beginnen, unser erstes größeres Projekt in Angriff zu nehmen. Es ahnte aber niemand, wie lange es noch bis zur Fertigstellung dauern sollte…

Oktober 2009: Pantomimeworkshop

Im Oktober 2009 fand in Eisenhüttenstadt ein selbstorganisierter Pantomimeworkshop statt, der gleichzeitig eine Art Gründungswochenende für uns war. Wir spielten tagsüber Improtheater und bekamen Pantomimeunterricht von Bernd Hahnke (ehemaliges Ensemblemitglied des deutschen Theaters; freischaffender Pantomime; Dozent an verschiedenen (privaten und staatlichen )Schauspielschulen), lernten zu laufen wie Hühner, Katzen und Schnecken, fanden heraus, wie es ist, sein Gesicht suchen zu müssen, fuhren zusammen in einem imaginären Taxi und schlüpften in die verschiedensten Rollen und Emotionen.

Am Abend kochten, musizierten und improvisierten wir zusammen und beschlossen, auch weiterhin zusammen Theater zu spielen. Eins steht fest: Nirgendwo lernt man sich besser kennen, als im gemeinsamen Theaterspiel, denn dort lässt sich in kürzester Zeit feststellen, welche unterschiedlichen Seiten ein Mensch besitzt. Als sich am Sonntag abend ein Großteil der Gruppe gemeinsam auf den Rückweg nach Berlin machte, fühlten wir uns bereits wie alte Bekannte.